Köln. Was kann die Logistik-Branche dazu beitragen, die klimafreundliche Transformation in Deutschland voranzutreiben? Fragen wie diese wurden beim 3. Logistik Dialog Rheinland der HGK Logistics and Intermodal GmbH erörtert. Rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung folgten der Einladung zu der Kooperations-Plattform in die 28. Etage im KölnSky. Im Mittelpunkt des diesjährigen Dialogs stand der fachliche Austausch über nachhaltige Logistikkonzepte, um gemeinsam die Transformation zu einer ökologischeren Wirtschaft erfolgreich zu meistern.

Vertraten die Häfen und Güterverkehr Köln AG beim 3. Logistik Dialog Rheinland (v.l.n.r.):
Markus Krämer, CEO HGK LI, Rainer Görtler, Geschäftsführer HGK Intermodal, Uwe Wedig, CEO HGK AG, Susanne Pietsch CFO HGK AG, Dr. Jens-Albert Oppel, COO HGK AG, Jens Schmeidler, COO HGK LI.
Markus Krämer, CEO der HGK Logistics and Intermodal (HGK LI), betonte als Gastgeber in seiner Begrüßungsrede den verbindenden Charakter der Veranstaltung und die Bedeutung eines branchenübergreifenden Dialogs: „Wir möchten diese Veranstaltung dauerhaft zu einer Plattform des Austauschs ausbauen. Ein Austausch, der unsere Unternehmen und unsere Region stärkt. Lassen Sie uns heute starten, langfristige Verbindungen aufzubauen, die für alle Seiten echte Mehrwerte bieten. Nur im Rahmen von strategischen Kooperationen werden wir die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich angehen können.“
Trend zur Nachhaltigkeit
Es folgten zwei Keynotes zum Einstieg in den fachlichen Austausch: Prof. Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft, beleuchtete die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und präsentierte mögliche Entwicklungsszenarien für die deutsche Wirtschaft: „Neues Wirtschaftswachstum braucht eine erfolgreiche und wachstumsorientierte Transformation. Gelingt uns das nicht, gefährden wir unseren zukünftigen Wohlstand.“ Die Weichen für erfolgreiche Transformationsprozesse werden in den Chefetagen gestellt. Dr. Daniel Haag, Nachhaltigkeitsberater bei dem Beratungsunternehmen PwC Strategy&, führte in der zweiten Keynote aus: „Firmen wissen heute um den Mehrwert von Nachhaltigkeitsstrategien, dieser Trend ist klar erkennbar. Gerade größere Unternehmen wenden ihren Blick zunehmend auf die Logistik, um ihre Dekarbonisierung voranzutreiben.“
Dass Nachhaltigkeitstransformationen von strategischer Bedeutung sind und entsprechende Weichenstellungen im oberen Management getroffen werden, unterstrich eine Live-Umfrage vor Ort: Mehr als 40 Prozent der Anwesenden gaben an, dass ihre Unternehmen die klimafreundliche Transformation als „Top-Thema auf Management-Ebene“ einordnen.
Erfolgsfaktor Logistik
Im Anschluss fand eine fachliche Diskussion im Panel-Format zum Thema Nachhaltigkeit statt. „In unserem Unternehmen ist das Ziel der Klimaneutralität klar im Fokus von Vorstand und Mitarbeitenden. Schon heute profitieren unsere Kunden davon. Die HGK hat bereits einige nachhaltige Projekte realisiert. Wir haben zum Beispiel Photovoltaikanlagen installiert und beziehen zu hundert Prozent zertifiziert klimaneutralen Strom“, so Susanne Pietsch, CFO der HGK AG. „Wir unterstützen die Klimaziele der Stadt Köln: Klimaneutralität 2035. Erreichen können wir dieses Ziel nur gemeinsam mit allen Partnern.“
„Kleine und mittelständische Unternehmen nehmen den Transformationsdruck häufig als Herausforderung wahr“, wusste Nick Brandt, Leiter Nachhaltigkeitsberatung bei der ProEco Rheinland GmbH, zu berichten. „Unsere Nachhaltigkeitsberatungen unterstützen dabei, sich zielgerichtet zukunftsfähig aufzustellen.“ Denn das Beratungsunternehmen der Sparkasse habe festgestellt, dass die Unternehmen ihre Logistik als Emissionseinsparpotenzial noch sehr selten im Blick hätten.
In der zweiten Gesprächsrunde des Abends wurde diskutiert, welche Rolle die Logistik als Kooperationspartner in Nachhaltigkeitsstrategien spielen kann. Florian Ullmann, Leiter der Logistikabteilung für die EMEA-Region bei LANXESS, dazu: „Der Logistikpartner kann von immenser Bedeutung für die CO2-Bilanz sein. Mit der Umstellung auf Intermodalität konnten wir bereits einen signifikanten Anteil der Emissionen in der Logistik einsparen. Jetzt nutzen wir effiziente und nachhaltige Verkehrsträger dort, wo es sich anbietet.“
Rainer Görtler, Geschäftsführer der Business Unit Intermodal der HGK Logistics and Intermodal, nahm nicht nur die Branche, sondern auch Entscheider aus Wirtschaft und Politik in die Pflicht: „Heute ist es entscheidend, dass wir als Logistik-Dienstleister aktiv mit nachhaltigen Lösungen auf unsere Partner in Industrie und Handel zugehen. Die Scope-3-Emissionen im Rahmen einer Partnerschaft deutlich zu reduzieren, muss Teil unseres Angebots sein“, so Görtler. „Aufgrund von Nachhaltigkeitserwägungen haben wir einen Auftrag im Bereich der ‚Last-Mile-Logistik‘ klassisch ausgeschrieben, woraufhin die HGK Logistics and Intermodal von sich aus Vorschläge zu alternativen Antriebstechniken eingebracht hat“, bestätigte Jan Walper, Inbound Freight Manager bei QVC. „Unterm Strich konnten wir so effektiv unsere Emissionen senken.“
Kooperationsgeist im Netzwerk
Im Anschluss bot sich den Teilnehmenden die Gelegenheit, das Netzwerk zu nutzen und - ganz im Sinne der Veranstaltung - einen Grundstein für nachhaltige Kooperationen zu legen. Markus Krämer zeigte sich zufrieden: „Ich habe mich sehr über den fachlichen und persönlichen Austausch beim Logistik Dialog Rheinland gefreut. Wir wollen starke Verbindungen für ein nachhaltiges Rheinland schaffen.“
Die geladenen Gäste aus Politik und Verwaltung, sowie Netzwerk- und Kooperationspartner unterstrichen diesen Impuls. Dirk Wasmuth, Geschäftsführer von kölnmetall: „Die Überlegungen zur Nachhaltigkeitstransformation finden bei allen unseren Verbandsmitgliedern statt. Der fachliche Austausch stellt einen echten Gewinn dar.“ Daniel Wauben, Geschäftsführer von ChemCologne: „Der wertvolle Input schärft den Blick auf die Logistik als Erfolgsfaktor für Nachhaltigkeitsstrategien und legt netzwerkübergreifende Partnerschaften nahe.“
Prof Dr. Dörte Diemert, Stadtkämmerin und Beteiligungsdezernentin der Stadt Köln: „Die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Region profitiert davon, dass wir an gemeinsamen Lösungen arbeiten. Der branchenübergreifende Dialog zur nachhaltigen Logistik ist ein wertvoller Impuls.“
